Hansa Rostock und das närrische Treiben in Penkun

Für die Rot-Weißen war es vermutlich das Jahrhundertspiel schlechthin. Im Achtelfinale des Lübzer Pils Cups traf die 1. Herrenmannschaft zuhause auf den Drittligisten F.C. Hansa Rostock. Gut 2.500 Zuschauer ließen sich das Spektakel nicht entgehen und brachen den Penkuner Zuschauerrekord am Sportplatz um Längen.

 

Anlässlich des großen Spiels wurde sogar der traditionelle Penkuner Karnevalsumzug eine Stunde vorverlegt, bevor um 11:11 Uhr dann die Jecken das Rathaus einnahmen und das Penkuner Team befreiten. Unterdessen bildete sich die erste lange Schlange vor den Toren des Sportplatzes, der von den Penkunern seit Wochen akribisch auf das große Publikum vorbereitet wurde. Der Platz wurde gewalzt und mit Sand bearbeitet, um der Feuchtigkeit des regnerischen Herbstes Herr zu werden; der Rasen auf englisches Niveau gestutzt. Die Tribüne wurden mit knapp 1.000 Paletten ausgebaut, zahlreiche Bänke aufgestellt. Sogar die kleine Pressetribüne wurde kurzerhand erweitert, um den Kollegen von HansaFan TV und dem NDR eine gute Aussicht auf das Geschehen zu bieten.

Der Drittligist aus Rostock traf auf gut gestaffelte Penkuner, die ihren Strafraum gut verteidigten und sich auch offensiv nicht einschüchtern ließen. So ging sogar der erste Torschuss in der Statistik an die Rot-Weißen. Nach einem Freistoß von Mackiewicz auf Höhe der Mittellinie gelang Bartczak der Kopfball, der Eisele zum ersten Mal testete (2.). Auf der Gegenseite taten sich die Rostocker doch etwas schwer einen Weg durch die dicht gestellte Penkuner Defensive zu finden. 32 Minuten gelang es den Rot-Weißen ihren Kasten sauber zu halten, bevor Benyamina nach Flanke von Nadeau die Kugel per Kopf an den Innenpfosten zum 1:0 setzte. Auch wenn der F.C. Hansa Rostock überlegen war: Zur Halbzeit konnten die Hanseaten nur auf diese solide 1:0 Führung blicken.

 

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Nach Wiederanpfiff bestimmte Hansa weiter das Spiel. Christopher Quiring erhöhte in der 52. Minute nach erneuter Vorarbeit von Nadeau aus rund 16 Metern auf 2:0. Trotz guter Ansätze gelang es den Rot-Weißen nicht, wirklich torgefährliche Situationen zu schaffen. Diverse Schüsse von der Strafraumgrenze verfehlten das Tor deutlich, der letzte Pass im Strafraum wurde stets von einem Rostocker abgefangen. Die Kräfte und die Konzentration schwanden beim Landesligisten allmählich. In der 80. Minute erzielte Willi Evseev das 3:0, vier Minuten später bereitete er den 4:0 Endstand für Väyrynen vor. „Glanzlos, aber am Ende souverän hat der F.C. Hansa somit seine Pflichtaufgabe erfüllen können.“, heißt es im Rostocker Spielbericht.

 

Traurig war man in Penkun nicht über die 4:0-Pleite, im Gegenteil: Die Penkuner feierten sich selbst für ihre sehr gute Leistung und ein gelungenes Fußballfest. Stolz schrieben die Rot-Weißen ihre ersten Autogramme neben denen des Drittligisten auf die Fanartikel ihrer Fans, bevor es dann am Abend wieder bunt herging und der Beginn der 5. Jahreszeit gefeiert wurde.

Zuschauer: 2.500

Tore: 0:1 Benyamina (32.), 0:2 Quiring (52.), 0:3 Evseev (80.), 0:4 Väyrynen (86.)

Schiedsrichter/ Assistenten: Jan Scheller, Florian Strübing, Toni Schwager

Penkuner SV: Philip Walter, Max Seeger (Maximilian Nawrocki), Marcin Jerzy Bartczak, Tomasz Adam Miksa, Tom Ehrke, Andy Wagner (Tino Ciesla), Tom Hopp (Michael Straube), Maciej Piotr Czyzewski, Mateusz Wojciech Mackiewicz, Marco Stichel, Stefan Nikolaus

F.C. Hansa Rostock: Kai Eisele, Jashua Jean Victor Nadeau, Julian Riedel, Oliver Hüsing, Lukas Scherff, Selcuk Alibaz (Tim Väyrynen), Bryan Henning (Tommy Grupe), Willi Evseev, Christopher Quiring (Jeff-Denis Fehr), Mounir Bouziane, Souffian Benyamina

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